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[MEINUNG] Banshee Livie – Dämonenjagd für Anfänger

Autorin: Miriam RademacherVerlag: Sternensand Verlag
Reihe: jaBand: 1 (in sich abgeschlossen)
ISBN: 978-3906829555Preis: 4,99€ [eBook]; 14,90€ [Taschenbuch]

So hat sich Livie ihren Tod nicht vorgestellt. Sie bekommt einen Job, der aus Heulen und Scharade besteht, einen altklugen Kollegen mit sexy Stimme, aber ohne Gesicht und eine staubige Dachkammer ohne Internetanschluss. Livie ist jetzt die Banshee von Schloss Harrowmore und hat in ihrer Rolle als Schutzgeist die Aufsichtspflicht über eine der tollpatschigsten Familien Englands. Als dann auch noch ein nachtragender Dämon auftaucht, um eine uralte Rechnung zu begleichen, ist Livies Tod endgültig aufregender als es ihr Leben jemals war.

Eine Banshee, ein Todesbote und eine Druidin gehen zusammen in eine Bar. Könnte der Beginn eines ziemlich skurrilen Witzes sein, tatsächlich beschreibt es „Banshee Livie“ ziemlich gut.
Ihr Leben war wirklich nicht der Rede wert, umso besser, dass ihr Tod einige Überraschungen für Livie, entschuldigt: Olivia, bereithält. Die erste kommt gleich in Form einer neuen Daseinsform. Denn fortan ist sie die Banshee von Schloss Harrowmore. Und deren Bewohner haben eine Banshee wirklich dringend nötig, so tollpatschig wie sie sind. Livies Tod ist wesentlich spannender als ihr Leben und Livie an sich war mir auch gleich von der ersten Sekunde an sympathisch. 
Mir fehlen gerade ein wenig die Worte, um sie zu beschreiben. Livie ist noch jung, ein wenig unbedarft manchmal, aber mit einem tollen Humor ausgestattet, der ich oft mit ihr, manchmal aber auch über sie, schmunzeln ließ. Ein Mädchen von dem ich mir gut vorstellen könnte, dass sie auch im echten Leben meine Freundin sein könnte. (Hätten wir da 1. nicht das Problem, dass Livie allein auf dem Papier existiert. Und 2. das Livie unglücklicherweise tot ist.)

Allein wegen ihrer tollpatschigen neuen Schützlingen wird ihr in ihrem neuen Leben garantiert nicht langweilig, doch dann gibt es natürlich auch noch Walt. Ihr ganz persönlicher Todesbote mit sexy Stimme. Nur blöd, dass er ständig so eine blöde Kutte trägt, die sein Gesicht verdeckt. Nicht nur Livie hat er es angetan. Manchmal etwas zu schnell genervt, doch eigentlich ein ziemlich netter Kerl (wäre da nicht die Kleinigkeit mit seiner Vergangenheit, die nicht nur unsere Banshee für einen Moment sprachlos gemacht hat…).

Doch was wäre das für eine Geschichte, wenn Livie und ihr Todesbote den ganzen lieben langen Tag nichts anderes zu tun hätte, als die Familie Harrowmore vom Selbstmord abzuhalten? Zum Glück gibt es da noch eine Druidin, ein Dämon auf Rachefeldzug und jede Menge Einblicke in die Welt der Banshees, Todesboten, Druiden, Dämonen, Mummel,…
Eine wirklich interessante Geschichte, die der Feder von Miriam entsprungen ist, die mich das Buch in kürzester Zeit hat lesen lassen. Ich war fasziniert von der Idee und je weiter die Geschichte vordrang, desto mehr wurde mein Interesse geweckt und ich verfolgte gespannt Livies erstes Abenteuer in der Welt des Paranormalen.

Schuld daran war auch der sehr angenehme Schreibstil von Miriam. Sehr flüssig und immer wieder mit dem Humor der Geschichte gespickt, der der Atmosphäre oft eine leichten Touch gegeben hat und dazu beigetragen hat, dass die Charaktere sympathisch rüberkamen. Für jemanden wie mich, der Humor in Büchern sehr schätzt, perfekt!

Dadurch, dass ich die Geschichte mit so viel Interesse verfolgt habe, hat mich das Finale etwas enttäuscht. Bis dahin war es für mich spannend, doch auf den letzten Seiten verlor die Geschichte genau diese Spannung und das Ende hielt nur einige wenige Überraschungen bereit. (Eine davon macht mich jedoch ziemlich neugierig auf den Folgeband.) Dennoch finde ich das etwas schade.
Das war aber auch mein einziger Kritikpunkt.

Ansonsten: wirklich tolles, hübsches Cover (ich musste es mir dadurch einfach als Taschenbuch kaufen); sehr sympathische Charaktere mit einem angenehmen Humor und einer Geschichte, die mein ehrliches Interesse geweckt hat. Alles in allem ein sehr gelungener Auftakt!

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