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[MEINUNG] Die Schattenflüsterin: Zwischen Herz und Dämon

Was würdest du tun, wenn du in den Schatten der Menschen ihre Zukunft sehen, sie aber nicht verändern kannst?

Eine seltene Gabe, die Liza in die Verzweiflung treibt.
Ein attraktiver Dämon, der sie umbringen soll.
Ein uralter Kult, der die Antworten kennt, aber ihre Fähigkeiten für sich haben will.

Wem kann Liza noch trauen? Der einzige, der zu ihr steht, ist dieser verschlossene Junge aus der Nachbarschaft. Er ist ihr Fels in der Brandung. Er lässt ihr Herz höher schlagen. Doch die Schatten sagen voraus, dass er sterben wird. Ihretwegen. Um ihn zu retten, muss Liza sich ihrer Gabe und den bösen Mächten stellen.

Zuerst einmal: Können wir bitte über dieses Cover sprechen? Ich fand es vom ersten Augenblick an wunderschön. Die Kombination aus Gold und dem dunklen Hintergrund passt einfach perfekt zusammen. Und es passt perfekt zur Geschichte!

In diese wird man im ersten Kapitel direkt hineingeworfen. Ohne große Erklärungen und Erläuterungen beginnt das Geschehen und lässt den Leser mit Neugier, aber auch Verwirrung und Unwissenheit zurück. Genauso wie unsere Protagonistin Liza, die genauso wenig weiß, was hier vor sich geht. Liza, die seit einiger Zeit sonderbare Bilder in den Schatten zu sehen glaubt und ein Auslandsjahr in Russland verbringen möchte, nicht ahnend, was sie dort erwartet.

Das diese Geschichte mal nicht in Amerika oder England spielt, wie so viele andere, hat mir direkt sehr gut gefallen und mich neugierig auf das Land gemacht. Olga Krouk schafft es dabei dem Leser im Verlauf der Geschichte sehr unterschiedliche Seiten Russlands näher zu bringen. Auf der einen Seite Prunk und Pracht. Auf der anderen Seite Armut und schlechte Lebensbedingungen. Und auch wenn es nur einen kleinen Part der Geschichte einnimmt, führte es mir vor Augen, das Homosexualität in Russland immer noch ein schwieriges Thema ist.

Während Liza all diese unterschiedlichen Seiten kennenlernt, wird sie immer weiter in ein Spiel der Schatten hineingezogen. Da wäre ihre Gastschwester, deren widersprüchliches Verhalten zunehmend verwirrt. Nicht zu vergessen Edik, der Liza vom ersten Moment an fasziniert und ihre Gefühle gehörig durcheinander wirbelt. Und natürlich Wladislaw: Ist er nun Beschützer oder Bedrohung?

Der Wahrheit auf die Spur zu kommen gestaltet sich dabei alles andere als einfach, besonders wenn man nicht weiß, wem man glauben und vertrauen kann. Das der Leser dabei genauso im Ungewissen gelassen werden wie unsere Protagonisten und keinen Wissensvorsprung erhält, macht es unglaublich spannend die Geschichte zu verfolgen. Die Seiten fliegen nur so dahin, während man dem Geheimnis der Schatten immer näher kommt!

Am Anfang wusste ich noch nicht, was ich von Liza halten sollte, aber im Verlauf der Handlung wurde sie mir immer sympathischer. Besonders gefällt mir an ihr, dass sie nicht alles sofort glaubt, was ihr erzählt wird, sondern hinterfragt und versucht die Puzzleteile eigenständig zusammenzufügen.

Während die Geschichte fortschreitet fand ich aber auch einen anderen Charakter immer interessanter: Wladislaw. Denn besonders im Zusammenhang mit ihm spielt die slawische Mythologie eine wichtige Rolle. Und Mythologie finde ich ja in jeder Form faszinierend! Dieser Teil der Geschichte hat mir daher besonders gefallen, da ich mich mit der slawischen Mythologie noch nie beschäftigt habe.

Der Schreibstil konnte mich vor allem durch seinen Humor überzeugen. Nicht zu aufdringlich sorgt er dafür, dass die Geschichte neben all der Spannung und Ungewissheit immer wieder aufgelockert wird.

„Die Schattenflüsterin“ kann ich all jenen empfehlen, die Lust auf eine spannende, teilweise humorvolle Geschichte haben, die nicht nur die Protagonisten dazu bringt zu hinterfragen, wem man sein Vertrauen schenken kann. Zusätzlich wartet auf den Leser ein Setting abseits der „übichen“ Handlungsorte und ein interessanter Einblick in die slawische Mythologie!

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