Highlight,  Rezension

[MEINUNG] Die Schöpfer der Wolken

Ciara kann in den Träumen anderer Menschen lesen wie in Büchern. Ihr ältester Bruder, der Schriftsteller Koba, ist der Einzige, der davon weiß. Als dieser jedoch auf unerklärliche Weise verstirbt, ändert sich für die junge Frau alles.

Kobas letztem Wunsch folgend, reist sie mit seinem neusten Manuskript nach Shanghai, um es dort einem dubiosen Verleger zu überreichen. Doch in der fremden Stadt kreuzen Menschen ihre Wege, die so sind wie sie. Menschen mit besonderen Fähigkeiten.
Als Erdbeben beginnen, den ganzen Planeten zu erschüttern, die Uhren verrücktspielen und fremde Dimensionen aus den Spiegeln dringen, begeben sich die jungen Erwachsenen gemeinsam auf die Suche nach dem wahren Grund ihrer Talente – und nach dem Grund dafür, warum die Welt um sie herum nach und nach zerbricht.


2017 sind „Die Schöpfer der Wolken“ von Marie Graßhoff erschienen. Kann mir bitte irgendwer erklären, warum ich es erst jetzt – zwei Jahre später! – lese?! Es ist ehrlich gesagt unbegreiflich für mich.
Marie hat es wir schon mit „Kernstaub“ geschafft mich zu beeindrucken und mich so weit in ihre Geschichte zu ziehen, dass ich am liebsten überhaupt nicht mehr aus ihr auftauchen wollte. Aber ob ich vollkommen in die von ihr geschaffene Realität eintauchen und live dabei sein möchte, würde ich mir dennoch zweimal überlegen. Denn als das Konstrukt, welches Marie um unsere Welt erschaffen hat, langsam in sich zusammenfällt, wird die Welt, wie wir sie kennen, zu einem gefährlichen Ort. Die Zeit spielt verrückt. Naturkatastrophen suchen den Planeten heim. Das Ende der Welt liegt in den Händen Einzelner.

Der Leser wird langsam in die Geschichte eingeführt. Man hat am Anfang, wie einige unserer Protagonisten, keine Ahnung von Nichts. Dieser langsame Einstieg hat mir sehr gefallen. Man bekommt ein Gefühl für die Umständen, kann die Charaktere einen nach dem anderen kennenlernen und so stetig tiefer in die Geschichte eintauchen. „Die Schöpfer der Wolken“ ist kein Buch, welches man mal schnell Zwischendurch liest. Man muss aufpassen und mitdenken, um der Handlung folgen zu können. Man muss sich darauf einlassen. Genau das gefällt mir daran so sehr.

Die Rettung – oder das Ende? – der Welt liegt in den Händen vier junger Erwachsener. Ciara, Xia, Wesley und Brandon. Sie kennen sich nicht, haben sich noch nie zuvor gesehen. Bis sie erstmals aufeinandertreffen und die Umstände nicht chaotischer sein könnten. Jeder ausgestattet mit einer eigenen Gabe.
Es ist unglaublich spannend jeden Einzelnen auf seinem Weg zu begleiten und versuchen etwas zu verhindern, das keiner wirklich versteht. Wie für unser kleines Team setzt sich auch für den Leser das Bild nur bruchstückhaft zusammen. Man sollte sich bei diesem Buch gar nicht groß mit Vermutungen aufhalten, sondern einfach lesen. Einiges ergibt sich mit der Zeit, andere Auflösungen warten erst ganz am Ende auf den Leser.

Ein besonderes Highlight beim Lesen stellt natürlich Maries Schreibstil dar, den ich immer noch nicht mit Worten beschreiben kann. Lest einfach mal in eins ihrer Bücher rein, um zu wissen was ich meine. Es ist irgendwie eine Mischung aus „normalen“ Gesprächen und Beschreibungen und eine poetischen Ader. Man findet es auf jeden Fall nicht in jedem Roman!
Aufgelockert wird das Buch zudem durch die Einteilung der Handlungen in Abschnitte und Comicseiten, die einzelne Szenen darstellen. Ich finde es großartig!


Ich denke ich habe mein nächstes Jahreshighlight gefunden. Nein, ich bin mir sogar ziemlich sicher! Wer sagt, dass man nur eins haben kann? Maries Buch spielt einfach auf einer ganz anderen Ebene, sodass ich es einfach lieben muss. Und ich denke, wenn man sich erst einmal darauf einlässt und sich auch nur im Ansatz für abstrakte Ideen begeistern kann, sollte man dieses Buch lesen. Ich verspreche es lohnt sich!

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