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[MEINUNG] Über mir der Himmel

Autorin: Jandy NelsonVerlag: cbt
Reihe: neinSeiten: 352
ISBN: 978-3570311233Preis: 8,99 € [eBook]; 9,99 € [Taschenbuch]

Siebzehn Jahre hat Lennie glücklich im Schatten ihrer strahlenden Schwester gelebt. Doch jetzt ist Bailey tot. Es ist, als hätte jemand den Himmel ausgeknipst. Bis Lennie sich verliebt – zum ersten Mal in ihrem Leben und gleich in zwei Jungen: Joes magisches Lächeln wird nur noch von seinem musikalischen Talent übertroffen; Toby ist stiller Cowboy, mutiger Skater – und Baileys große Liebe. Für Lennie sind sie wie Sonne und Mond; einer stößt ein Fenster in ihrem Herzen auf und lässt das Licht herein, bei dem anderen hat ihr Schmerz ein Zuhause. Als Liebe und Schuldgefühl auf Kollisionskurs gehen, explodiert Lennies Welt …

Über Jandy Nelson und ihre Bücher bin ich vor ein paar Jahren eher durch Zufall gestoßen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass sie mich schon damals mit „Ich gebe dir die Sonne“ restlos begeistern konnte. Deswegen waren meine Erwartungen nicht minder hoch, als ich nun „Über mir der Himmel“ zur Hand nahm. Und ich kann gleich sagen, dass es zwar nicht ganz an „Ich gebe dir die Sonne“ herankommt, mir aber immer noch sehr gut gefallen hat!

Fangen wir beim Cover an, dass trotz seiner eher schlichten Art für mich ein absoluter Hingucker ist. Das dunkle Blau und die vielen bunten Farbsprenkel finde ich einfach wunderschön. Ich finde ein aufwendiges Cover auf dem jede Menge los ist hätte auch gar nicht zu der Geschichte gepasst, die es erzählt.

Wir lernen Lennie zu einem Zeitpunkt ihres Lebens kennen, der schwerer für sie nicht sein kann. Ihre Schwester ist gerade gestorben, der Mensch, der ihr versprochen hat sie nie zu verlassen. Gleichzeitig ist es die Zeit, in der ihr die Liebe begegnet. Aber geht das? Ist es nicht falsch glückliche Momente zu erleben, sich zu verlieben, während sie eigentlich um ihre Schwester trauern sollte? Eine der vielen Frage die Lennie beschäftigen und quälen.

Ich weiß nicht, ob Lennie ein Mensch wäre, den ich gerne zu meinen Freunden zählen würde, aber darum geht es ja auch nicht. Aber von der ersten Seite an war ich begierig darauf sie und ihre Familie besser kennen zu lernen. Vor allem ihre Grama und ihr Onkel Big finde ich, haben diese Geschichte sehr bereichert.
Was ich über Lennie im Laufe der Geschichte gelernt habe war nicht immer schön, aber auch nicht immer unschön. Sie hat definitiv falsche Entscheidungen getroffen und in ihrer Trauer Menschen verletzt, aber sie ist auch ein Mensch, der sich wahnsinnig für Musik begeistern kann, Gedichte schreibt und versucht ihre Fehler wieder in Ordnung zu bringen.

Die Themen Trauer und Verlust sind im Buch allgegenwärtig. Sie bringen einen durcheinander und lassen einen die Welt und ihre Ungerechtigkeit verfluchen. Aber manchmal kann sie einen auch dazu bringen zu erkennen, was wirklich im Leben zählt, was man will und was man vielleicht schon immer direkt vor der Nase hatte.

Bei dieser Reise begleiten wir Lennie, gehen mit ihr durch Tiefen und Höhen. Mit dabei sind auch immer ihre Gedichte, die der Leser an vielen Kapitelanfänge und Enden findet. Das hat mir sehr gefallen und verleiht dem Buch etwas Einzigartiges unter seinen vielen Kollegen.
Hinzu kommt ein Schreibstil, der mir wirklich sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat.

„Über mir der Himmel“ von Jandy Nelson ist zwar keins meiner persönlichen Highlights, aber verdammt nah dran! Ich kann es wirklich nur empfehlen – 5 Sterne.

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