Alltags-Allrounder,  Lovestory,  Rezension

[MEINUNG] Zuckerschock im Hexenhaus

Greg hat bei der Arbeit an seiner Karriere keine Zeit für die Liebe und sieht in anderen Menschen nur potentielle Kunden. Als der erfolgsverwöhnte Marketingstratege in seine Heimatstadt zurückkehrt, um seiner Schwester Hanna bei der Rettung der elterlichen Bäckerei zu helfen, erwartet ihn jedoch eine böse Überraschung:

Die Bio-Bäckerei hat mit unerwartet heftiger Konkurrenz zu kämpfen.
Die „Tortenhexe“ verzaubert ihre Kundschaft mit süßen Träumen, gegen die sich Hannas ökologisch korrekte Dinkel-Muffins selbst mit Gregs flotten Verkaufssprüchen schwer tun.
Da das nicht mit rechten Dingen zugehen kann, beschließt Greg, Ginger, die Inhaberin der Tortenhexe, genauer unter die Lupe zu nehmen – und verliert prompt sein Herz an sie und ihren tollpatschigen Wolfshund.
So findet sich Greg plötzlich zwischen den Fronten einer ausgewachsenen Tortenschlacht wieder, bei der weder Hanna noch Ginger mit fairen Mitteln kämpfen und schon bald wortwörtlich die Funken fliegen.

Doch wann, wenn nicht zu Weihnachten, wäre die Gelegenheit für ein kleines bisschen Magie günstiger?

Was braucht man für ein gutes Märchen? Allem voran einen Prinz, eine Prinzessin und die gute Fee darf natürlich auch nicht fehlen. Vom Bösewicht und einer Hexe ganz zu schweigen!

Greg, der die Rolle eines etwas verwirrten Prinzen einnimmt, kehrt nach Jahren der Abwesenheit wieder nach Hause zurück, um seine Schwester Hanna zu unterstützen. Oft ist er vor Komplikationen und Schwierigkeiten davongelaufen. Wird er es diesmal besser machen? Und ob eine Hexe hilft das Familienchaos zu entwirren? Eher nicht, besonders wenn besagte Hexe zur Konkurrenz gehört. Greg öffnet ihr dennoch entgegen seiner Prinzipien sein Herz und wird unverhofft in die Welt der Schattenwesen hineingezogen.

Die Geschichte wird aus Gregs Sicht erzählt, das heißt man hat als Leser am Anfang genauso wenig Ahnung von der Schattenwelt wie er. Diese Unwissenheit legt sich auch nur sehr langsam, was ich teilweise etwas schade fand, weil ich gerne noch mehr über die Schattenwesen erfahren hätte. Aber gerade dieser Drang mehr darüber herauszufinden und die Neugier, wie die Geschichte ausgehen würde, hat mich immer wieder angetrieben weiterzulesen und das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Da das Buch nicht allzu viele Seiten umfasst, schreitet die Geschichte dementsprechend schnell fort. Der Schreibstil passt zu einem modernen Märchen und führt den Leser leicht und flüssig durch die Geschichte. Allerdings hätte meiner Meinung nach auf den ein oder anderen Spruch verzichtet werden können. Die Geschichte und Dialoge waren auch so unterhaltsam genug.

Von Gregs Zugfahrt nach München bis hin zum Ende passiert so einiges. Dementsprechendes habe ich auch vom großen Finale erwartet. Leider muss ich sagen, dass mich das dahingegen leider ein wenig enttäuscht hat. Ich habe beim Showdown einfach etwas „mehr“ erwartet. Mit dem Ende an sich war ich aber sehr zufrieden.

Kay Noa ist eine interessante Adaption des Märchens Hänsel und Gretel gelungen. Eine kurzweilige süße, teilweise dramatische Geschichte die den Leser von seinem eigenen Märchen träumen lässt und mit seiner ganz eigenen Magie besticht. Einzig das Cover trifft nicht ganz meinen Geschmack, passt allerdings sehr gut zur Geschichte.

„Zuckerschock im Hexenhaus“ von Kay Noa gebe ich 3,5 bis 4 von 5 Sterne.

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.